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Burgauer Schlosskonzert: Wie aus anderen Dimensionen

Datum:11. March 2008
Zeitung:Dürener Nachrichten
Beim Burgauer Schlosskonzert der Cappella Villa Duria begeisterte das Ensemble „Apsara" mit ungewohnten kammermusikalischen Flötenklängen. Entspannt und leidenschaftlich zugleich.

Es war ein außergewöhn­licher Kammermusikabend auf Schloss Burgau, geprägt von uner­warteten Klängen, exzellenten Darbietungen, großartigen Solis­tinnen sowie einer hervorragen­den kollektiven Leistung.

Das Ensemble „Apsara" gastierte im Rahmen der Burgauer Schloss­konzerte der Cappella Villa Duria auf der Hauptburg und präsentier­te ein Programm, das auf die Schlossgemäuer zugeschnitten war. Musik und Ambiente waren eins, die Zuschauer im ausverkauf­ten Saal feierten die Musiker mit begeistertem Applaus.

„Apsara" steht für ungewöhnli­che Musik rund um die Blockflöte, einem Instrument, welches fast je­der kennt oder kennen zu glaubt. Was für Töne ihm aber zu entlo­cken sind, zeigten Tomma Wessel und Ines Rasbach in beeindru­ckender Weise. Guy Pensen be­gleitete die beiden Flötistinnen auf dem Cembalo. Er erwies sich als Meister seines Fachs und unter­strich seinen Ruf als viel gefragter Cembalist. Zurückhaltend, wenn gefordert, aber auch nachdrück­lich, bot er Ines Rasbach und Tom­ma Wessel den Raum für ihr musi­kalisches Können und ihre atem­beraubende Interpretation der verschiedenen Werke. Bach und Blockflöte? Es hörte sich wunder­bar an, mit manchmal dezenter, dann wieder fordernder Cembalo-Begleitung, was die Zuhörer von Beginn an mit sehr starkem Beifall honorierten. Im ersten Teil des Programms glänzte Ines Rasbach als Solistin, die seit Jahren dieses Instrument beherrscht, was die Liste der Preise, die sie schon er­rang, unterstreicht.

Ihrer Partnerin Tomma Wessel gehörte der Beginn des zweiten Teils mit der Suite in C-Dur für Tenorblockflöte von Jacques Hotteterre. Ein Satz der Komposition war dem „Sonnenkönig" Ludwig XIV. gewidmet, und es hätte kei­nen gewundert, wenn dieser zu diesen Klängen tänzelnd das Schloss betreten hätte. So sehr war man von dieser Darbietung Tomma Wessels, die schon auf einen sehr erfolgreichen Weg zurückblicken kann und heute als Dozentin für Neue Blockflötenmusik am Königlichen Konservatorium Brüssel sowie in Gent arbeitet, und der Umgebung gefangen. Glänzend das Zusammenspiel beider Musikerinnen, entspannt und leidenschaftlich zugleich, mit deutlichem körperlichen Engagement. „La Bergamasca“ von Marco Uccellini war sicherlich für das Publikum der Höhepunkt des Konzerts. An diesem Abend erhielt jedenfalls die Redewendung die „Flötentöne beibringen“ eine andere Dimension.   (has)

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