Presse

zurück zur Übersicht

Burgauer Schlosskonzert: Sanft klingt, was Leiden schafft

Datum:29. January 2008
Zeitung:Dürener Nachrichten
Tango ist ein Lebensgefühl. Pablo Campora und Gonzalo Gravina zelebrieren es.

Es war ein genussvoller Abend in der Hauptburg von Schloss Burgau. Nach einem exzel­lenten Konzert, konnte, wer woll­te, im Rittersaal ein Abendmahl zu sich nehmen. Das Angebot hörte sich gut an, musste es aber auch sein, weil sonst nach dem Konzert der Abend nicht abgerundet gewe­sen wäre.

„Tango und mehr" boten Pablo Campora, Gitarre, und Gonzalo Gravina, Klavier, im Rahmen der Burgauer Schlosskonzerte der Cap­pella Villa Duria. Der ausgezeich­nete Ruf der beiden Künstler, die schon mehrmals in Düren gastier­ten, hatte sich wohl in Stadt und Umgebung herumgesprochen. Ausverkauft war der Schlosssaal, Stühle mussten herangeschafft werden, um alle unterzubringen.

Sonderklasse
Es war ein Konzert der Sonder­klasse, das die beiden uruguayi­schen Musiker darbrachten. Eine „Petit hommage ä Asto Piazolla", Eigenkompositionen und traditio­neller Tango standen auf dem Pro­gramm. Und die beiden Künstler verstanden es, das Publikum in die Welt des Tangos, in ihre Volksmu­sik eintauchen zu'lassen. Gonzalo Gravina war der zurückhaltende Begleiter, wenn Pablo Campora seine südamerikanische klassische Gitarre erklingen ließ. Er hatte ein unglaubliches Gefühl für sein In­strument, zog durch seine Art, wie er Melodien gestaltete und die Töne rhythmisch platzierte, das Publikum in seinen Bann. Er schaffte es, mit der Gitarre zu sa­gen, was Tango ausdrückt, wel­ches Lebensgefühl dahinter steckt. Mal feurig, mal schmachtend, mal leidenschaftlich, mal melancho­lisch, sanft und leidend, tempera­mentvoll und hingebungsvoll.
Er zauberte mit seiner An­schlagstechnik und den damit ver­bundenen Klangfarben all diese Stimmungen in den Raum. Wer sich den Klängen hingab, saß nicht mehr ruhig auf dem Stuhl, tanzte in Gedanken wohl Tango mit seinen vielfältigen Möglich­keiten, Verzierungen und Verzö­gerungen.

Das Spiel des .ausgezeichneten Gitarristen und die ausdruckstarke Darbietung von Gonzalo Gravina am Klavier, sowohl in Begleitung als auch als Solist, führte in den spannungsvollen Bewegungs­ablauf von Hingabe und Selbstdarstellung. Man hatte den Tango im Blut, als das Konzert mit rauschen­dem Beifall endete.     (has)

zurück zur Übersicht