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Weihnachtskonzert: Bescherung aus Barock und Spätromantik

Datum:18. December 2007
Zeitung:Dürener Zeitung
Die „Cappella Villa Duria" baut beim Weihnachtskonzert Hürden ab: Instrumental- und Chormusik nicht nur für Eingeweihte.

Von Anne Koizlik

„Frohlocket ihr Völker auf Erden": Das Fest der Feste warf seinen Schatten voraus und die „Cappella Villa Duria" Samstag und Sonntag ins Haus der Stadt zum traditionellen Weihnachts­konzert eingeladen. Zur musikali­schen Bescherung gehörten In­strumental- und Chormusik aus Barock und Spätromantik. Dabei bewährten sich als Verbündete des Christkinds die Sängerinnen und Sänger vom Unterstufenchor des Stiftischen Gymnasiums.

Johannes Esser, Leiter der „Cap­pella", gelang es, für ein qualitativ hochwertiges Programm ein neu­es Publikum zu erschließen. Bei diesem Konzert wurden Hürden abgebaut: Klassische Musik wurde nicht länger als Geheimkunst für Eingeweihte gehandelt. Dass es dabei gelegentlich auch zu einem kleinen Missverständnis kam, wenn, vermutlich vor allem Kin­der, schon nach einem Satz und nicht erst am Ende eines Werks Beifall spendeten, musste hinge­nommen werden.

Den künstlerischen Höhepunkt des spannungsreichen Abends bot Fabian Müller (Klavier). Für ihn war eigens ein Steinway-Flügel organisiert worden, (das Haus der Stadt verfügt über ein Bösendorfer-Instrument). Der erst 17-Jähri­ge bot eine reife Leistung beim Klavierkonzert a-Moll(op. 16) von Edvard Grieg. Da konnten Augen und Ohren übergehen. Die Zuhö­rer erlebten einen Ausnahme-Künstler: Der junge Pianist musste Virtuosität nicht demonstrieren, er hat sie. Hinreißend die große Kadenz (Akkordfolge zum Abschluss) des ersten Satzes.

Dr. Gisela Hagenau, die die Zu­hörer begrüßt hatte/ dankte der Dresdner Bank und der Jürgen-Ponto-Stiftung für die Vermitt­lung des jungen Pianisten.
Eine vital-elegante Sprache er­reichte das Sinfonieorchester der „Cappella" beim Eingangswerk: drei Orchesterstücke aus „Sigurd Jorsalfar", ebenfalls von Grieg.

Das weihnachtliche Schmuck­kästchen wurde nach der Pause eröffnet: Jetzt erklang die „Pas­torale" des Italieners Gaetano Ma­ria Schiassi. Der Oratorienchor der „Cappella" sorgte für spannungs­volle Kontraste und einen war­men, transparenten Chorklang. Die Soli übernahmen hierbei mit natürlich-leuchtendem Sopran Katharina Knoll und der hervorra­gend disponierte Bariton Wolf­gang Tombeux.

Volkstümliche Musik zwischen tiefer Mystik („Transeamus usque Bethlehem") und ausgelassener Freude („O du fröhliche") trugen vor allem der Unterstufenchor (Einstudierung Markus Mönkedick) bei. Da gab es ein großes Singen und Jubeln. Die Orchest­rierung der Volksweisen stammte vom Dirigenten der „Cappella". Große Begeisterung im gut be­suchten Haus der Stadt.

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