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Schule macht Oper: "Stiftler" verpassen Lortzings "Zar und Zimmermann" eine Verjüngungskur

| Datum: | 12. June 2007 |
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| Zeitung: | Dürener Zeitung |
Interpreten mit starker Bühnenpräsenz: Schülerinnen und Schüler der Musiktheater AG des Stiftischen Gymnasiums wirkten bei der Ausfführung von „Zar und Zimmermann“ mit. Foto: Koizlik
Von Anne Koizlik
Oper einmal anders. Und das ganz ausgezeichnet: Die „Cappella Villa Duria" unter der Leitung von Johannes Esser brachte Sonntagabend in einer konzertanten Aufführung im Haus der Stadt die komische Oper „Zar und Zimmermann" von Albert Lortzing zur Aufführung. Die Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern des Stiftischen Gymnasiums (wir berichteten) kam einer Verjüngungskur des Werkes gleich, das 1837 uraufgeführt wurde.
Das Libretto (Textbuch), das vom Komponisten im Sinne eines Gesamtkunstwerkes verfasst wurde, rankt um eine historische Figur und ein ebensolches Ereignis: Zar Peter der Große unternahm 1697/98 eine Reise, die ihn inkognito unter anderem in die Niederlande führte, um die Technik und Zivilisation des Westens kennen zu lernen.
Von den acht Solisten dieser Aufführung mussten vier in kurzer Zeit neu gefunden werden, wie Dr. Gisela Hagenau zu Beginn der Darbietungen berichtete. Dennoch wirkte das Solisten-Ensemble wie eine Idealbesetzung. Es verband raumgreifende Klangfülle mit dramatischer Suggestivkraft: Kay Stiefermann (Bariton, Peter der Erste), Stephan Boving (Tenor, Peter Iwanow), Ulrich Hielscher (Bass, Bürgermeister van Bett), Katharina Knoll (Sopran, Nichte Marie), Lis Dorlöchter (Alt, Witwe Browe), Torben Jürgens (Bass, General Le-fort), Stefan Gabriel (Bass, Lord Snydham), Axel Thoennes (Tenor, Marquis von Chateauneuf).
Dieses deutsche Musiktheater fand im Sinfonieorchester der „Cappella" eine lebendige, vibrierende Begleitung. Der Bühnenchor der „Cappella" erhielt dankbare Aufgaben und überzeugte durch stilsicheres Feingefühl, große Klarheit des Tons und ausgefeilte Interpretationen.
„Oper in unserer Zeit": Durch die Mitwirkung der Gymnasiasten, die eine Verbindung von Musik und kleinen szenischen Aktionen auf die Bühne brachten, erhielt diese Aufführung eigenes Gepräge. Mit professionellem Einsatz und Unterstützung von Marija Bardenberg boten die jungen Mitwirkenden darüber hinaus einen zünftigen Holzschuhtanz.
Das Publikum ließ sich verzaubern: Für dieses dritte gemeinsame Projekt von „Cappella" und Musiktheater-AG des „Stift" unter der Leitung von Astrid Michels sowie der künstlerischen Beratung von Kammersänger Professor Kurt Moll gab es im nahezu besetzten großen Haus viel Szenenapplaus und einen jubelnden Schlussbeifall.
