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Internationales Brass Festival: Üppiger Klang, Dynamik und Bewegung

| Datum: | 07. April 2008 |
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| Zeitung: | Dürener Zeitung |
„Women in Brass" eröffnete am Freitag die neue fünfteilige Konzertreihe der Cappella Villa Duria im Haus der Stadt. Foto: has
Cappella Villa Duria eröffnet ihre neue fünfteilige Konzertreihe: Brass-Festival im Haus der Stadt. Besuch lässt zu wünschen übrig.
Von Anne Koizlik
„Vorhang auf" für ein neues Musik-Angebot in der Kreisstadt: Die Cappella Villa Duria - in Zusammenarbeit mit WDR4 - präsentierte am Freitag im Haus der Stadt ihre neue, fünfteilige Konzertreihe „Internationales Brass-Festival". Die musikalische Feuerprobe war unter künstlerischen Gesichtspunkten überaus erfolgreich: Das Sextett „Woman in Brass" überzeugte mit einer gla-mourösen musikalischen Ausstrahlung. Nach der Pause spielte das niederländische Orchester „DeWaldsang" mit üppigem Klang, mit Dynamik und Bewegung. Der musikalischen Fantasie wurden an diesem Abend jedenfalls keine Grenzen gesetzt, und die Zuhörer konnten „fliegen ohne Flügel".
Bei diesem Konzert triumphierten die Blechbläser. Genau das meint der englisch-deutsche Begriff „Brass-Musik". Die Musiker sahen das Blasen kunstvoll in enger Verbindung zum Singen. Ansatzprobleme gab es nicht.
Geboten wurden an diesem Abend keine Original-Kompositionen, sondern fantasievolle Bearbeitungen. Mit Elan, Disziplin und akkurater bläserischen Tongebung musizierte das Frauen-Ensemble zunächst eine dem Jazz verwandte Komposition des Zeitgenossen Chick Corea. Eine feministische Verbeugung vor der mexikanischen Komponistin Consuela Veläzquez stellte der Beitrag „Tubeame mucho" dar. Brillanz und Farbenvielfalt kennzeichneten die „Polowetzer Tänze" von Alexander Borodin.
Von Vittoro Monti erklang sein berühmtes Virtuosenstück „Czardas". Das weibliche Ensemble wirkte überaus präsent und zeigte keine Scheu, auch Ungewöhnliches miteinander zu verbinden: Dies galt unter anderem, nach großem Beifall, für die Zugabe eines Stücks der gehobenen Unterhaltungsmusik: „Bugler's Holiday" von Leroy Anderson.
Die Botschafter der niederländischen Musikkultur bereicherten das Gipfeltreffen der Blechbläser auf das Schönste. Innige Musikalität verband sich mit tonlicher Delikatesse. Unter dem entschiedenen Dirigat von Rix Van de Velde fand das Orchester problemlos den richtigen Ton für schillernde Klassik-Hits. Dazu gehörte zum Beispiel von Johannes Brahms die „Akademische Fest-Ouvertüre", ein Werk echten Frohsinns und heiterer Ausgelassenheit. Der „Feuervogel" von Igor Strawinsky erfreute mit einer klangschönen Wiedergabe. Eine vorbildliche bläserische Gestaltung kennzeichnete auch die „Pavane" von Gabriel Fauré. Für großen Beifall eines hingerissenen Publikums gab es als Zugabe ein „Scherzo" von Dimitri] Schostakowitsch.
Allerdings: Es gab einen „Wermutstropfen" zum Auftakt dieser Reihe: Der Besuch des Konzerts ließ zu wünschen übrig. Kaum 200 Zuhörer waren gekommen.
Das zweite Konzert am Sonntag brachte das Blechbläserquintett „International Brass" und die „Brass Band Berner Oberland".
