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Barockmusik im Kerzenschein: Musikalischer Glanz, der die Herzen berühren konnte

Datum:04. December 2007
Zeitung:Dürener Zeitung

Vollendete Alte Musik: Die „Cappella Vila Duria“ hatte in
der Pfarrkirche von Frauwüllesheim zu „Barockmusik im Kerzenschein“ eingeladen.   Foto: Koizlik

„Cappella Villa Duria" mit Konzert „bei Kerzenschein". Großer Beifall in der vollen Kirche St. Maria Heimsuchung für das Trio.

Von Anne Koizlik

Das war so recht eine Einstimmung in den Advent: Die gotische 'Pfarrkirche St. Maria Heimsuchung war in sanftes Licht getaucht. Zu „Ba­rockmusik im Kerzenschein" hatte die „Cappella Villa Duria" eingela­den. Alte Musik erhielt an diesem Abend eine neue Chance.

Die musikalischen Leistungsträ­ger dieses Konzerts waren Tomohara Toshida (Oboe), Matthias Purrer (Violoncello) und Stefan Palm (Cembalo). Sie überzeugten sowohl im Ensemble-Spiel als auch beim solistischen Vortrag. Dabei arbeitete das glänzend dis­ponierte Trio das Profil der einzel­nen Stücke nuanciert heraus. Auf diese Weise wurde ein musikali­scher Glanz erreicht, der die Her­zen berühren konnte.

Alle drei Interpreten haben bis­her Bedeutsames geleistet. Ins „Guinness-Buch der musikali­schen Rekorde" ist der aus Jülich stammende Stefan Palm eingegan­gen: Er ist der bisher einzige Absol­vent einer Musikhochschule, der drei Konzertexamina abgelegt hat - für Orgel, Cembalo und Klavier.

Eröffnet wurde das Programm dieses Abends mit einem Meister des italienischen Barock: Das En­semble spielte die Sonate g-Moll für Oboe und Basso continuo von Antonio Vivaldi. Die Darstellung zeichnete sich durch eine große Klarheit in der Artikulation und Linienführung aus,

Der nachfolgende Komponist Gilles Silvestrini ist zwar kein barocker, sondern ein zeitgenössi­scher Tonsetzer, seine beiden Etü­den für Oboe stellten aber eine gelungene Repertoire-Erweiterung dar. Tomoharu Toshida blies sein Instrument mit kunstvoller Leich­tigkeit.

Selbstverständlich stand auch Johann Sebastian Bach auf dem Programm. Vollendet kunstvoll und virtuos erklang zum Beispiel sein Präludium und Fuge C-Dur des Cembalisten.

Im strengen Sinne ist Luigi Boccherini, dessen Sonate C-Dur für Cello und Cembalo dargestellt wurde, auch kein Barock-Kompo­nist, sondern ein Vertreter des nachfolgenden galanten Stils. Je­denfalls wurde seine Komposition zum Bravourstück des Cellisten, der damit seine Musikalität und sein überlegenes technisches Kön­nen unter Beweis stellte.

Das Konzert, bei dem einfach alles stimmt, klang aus mit der Sonate B-Dur für Oboe und Basso continuo von Georg Friedrich Händel.

Für großen Beifall in der vollen Kirche, in der zusätzlich Stuhlrei­hen aufgestellt worden waren, gab es als Zugabe ein „Arioso" aus ei­ner Bach-Kantate.

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