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Internationales Brass Festival: Mit erlesener Klangkultur und Präzision

| Datum: | 14. April 2008 |
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| Zeitung: | Dürener Zeitung |
Virtuose Solo-Partien konnten die Musikfans beim Brass-Festival im Haus der Stadt genießen. Als das „Ensemble Classique“ zum Jazz wechselte, begeisterte Rolf Ihler an der Trompete. Foto: niko
Von Anne Koizlik
Der Blechbläser-Marathon bog in die Zielgerade ein - und gab noch einmal richtig Gas. Zunächst am Freitagabend mit dem „Ensemble Classique" und der Brass Band „The Fairey", die sich in Hochform präsentierten. Vor fast ausverkauftem Haus endete das Internationale Brass-Festival Haus der Stadt im schließlich mit einem glänzenden Auftritt des Kult-Ensembles „Mnozil Brass".
Der vorletzte Festivalabend wurde mit der Unesco-Friedensfanfare eröffnet. Und das war gleich ein Höhepunkt, denn der Komponist dieser Signalmusik, Winfried Roch, stand leibhaftig auf der Bühne. Er ist Mitglied des „Ensembles Classique". Prächtige Blechbläsermusik folgte in Bearbeitungen aus Wolfgang Amadeus Mozarts letzter Oper „Die Zauberflöte" („O Isis und Osiris") mit der Solo-Bassposaune von Markus Blecher. Die „Königin der Nacht", ebenfalls aus der „Zauberflöte", wurde lebendig mit „Der Hölle Rachen" und der Solo-Posaune von Peter Seitz.
Danach hieß es: Neuer Klang, neue Ideen. Jetzt wurden die Zuhörer, nicht ohne Humor, in einen Jazz-Club entführt. Nun standen Scott Joplin und Duke Ellington auf dem Programm mit einer Solotrompete von Rolf Ihler.
Das Finale des Ensembles wurde bestimmt von George Gershwins Evergreen „I got rhythm". Die Magier des Klangs erhielten großen Beifall und bedankten sich mit dem brasilianischen Evergreen „Tico, tico".
Eine Klasse für sich ist die nachfolgende Brass Band „The Fairey". „Ich bin mir sicher: Dieser Abend wird bei Ihnen Spuren hinterlassen", kündigte die WDR-Moderatorin an. Der Westdeutsche Rundfunk übertrug auch die beiden letzten Konzerte live auf seinem vierten Programm. Die Cappella Villa Duria präsentierte das Festival in Zusammenarbeit mit WDR 4.
Und die Moderatorin des Senders versprach nicht zu viel: Die Gefühlsmusiker par excellence überzeugten mit Virtuosität, Expressivität und technischer Bravour. „The Fairey" besteht seit 71 Jahren und hat nationale und internationale Preise gewonnen, allein neun Mal die englische Meisterschaft. Auf diese Musikalität jedenfalls konnte man bauen: Präzision, Tonschönheit und Kultiviertheit wurde mit der Ouvertüre aus Georg Friedrich Handels Oratorium „Die Ankunft der Königin von Saba" in Szene gesetzt. Ein perfekt aufeinander eingespieltes Orchester unter der Leitung von Phil Chalk fächerte die Struktur der Werke auf. Da kam Freude auf, zum Beispiel bei der Bearbeitung der berühmten „Air“ von Johann Sebastian Bach. Als idealer Interpret erwies sich das Orchester auch bei der Ouvertüre zu Giuseppe Verdis Oper „Macht des Schicksals". Musikalische Hochspannung erzeugten Bläser schließlich beim Finale mit dem österreichischen Marsch „Unter dem Doppeladler“ von Franz Josef Wagner. Für diese brillante Technik, erlesene Klangkultur und lebendige Musikalität gab es zu Recht stehend dargebotene Ovationen. Als Dank hierfür erklang die Zugabe „Tritsch-Tratsch-Polka“ von Johann Strauß (Sohn).
