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Klangmagier entlockt dem Flügel schillernde Farben

Datum:16. September 2008
Zeitung:Dürener Zeitung
Stefan Irmers atemberaubende Hommage an Gioacchino Rossini hätte in Schloss Burgau mehr Zuhörer verdient gehabt Stefan Irmers atemberaubende Hommage an Gioacchino Rossini hätte in Schloss Burgau mehr Zuhörer verdient gehabt.

Von Anne Koizlik

Ein hoch talentierter und sehr angesehener Pianist - Stefan Irmer aus Köln - eröffnete die Reihe der „Burgauer Schloss­konzerte" 2008/09. Im musikali­schen Fangnetz des außergewöhn­lichen Abends fand sich eine „Hommage" an den italienischen Komponisten Gioacchino Rossini.

Aufgeführt wurden Kompositio­nen aus dem Alterswerk des Kom­ponisten, das von ihm selbst als „Péchés de vieillesse" (Sünden des Alters) bezeichnet wurde. Diese Werke wurden erst 1954 von der „Fondazione Rossini" freigege­ben.

Stefan Irmer, der auch den Abend moderierte, erwies sich als kunstsinniger musikalischer Nachlassverwalter. Er überzeugte mit einer ausgezeichneten An­schlagskultur, die die Individualität der einzelnen Stücke sieher herausarbeitete.

„Traum"

Was für Farben er dem Steinway-Flügel entlockte, das war wahrhaf tig atemberaubend. Da konnte man nur noch staunen, wie kulti­viert er trillerte und in welch fei­nen Abstufungen er die Dynamik umsetzte. Jedenfalls klang alles transparent und faszinierend.

Der Klangmagier eröffnete mil einem „Traum" des Komponister bei einem untadelig gelösten Spiel. Zutiefst poetisch kam ein „Gedenke des Menschen" daher. Bei einer Etüde („Spreizgymnas­tik") erwies Irmer nicht nur eine starke rechte, sondern auch eine eben solche linke Hand. Sprühen­de Melodik, lebendige Rhythmik und dramatische Crescendi bewies der Pianist auch bei „Eine Liebko­sung für meine Frau".

Musik, der man nicht allzu häu­fig begegnet. Ausgetretene Musik­pfade waren dies ganz sicher nicht. Dies galt auch für die bei­den Präludien, mit denen das Kon­zert ausklang.

Für diese musikalische Welt „ohne Tränen" gab es großen Bei­fall und eine Zugabe. Begrüßt wur­den die Zuhörer von Dr. Gisela Hagenau. Leider war das Konzert nur schwach besucht.

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