Presse
Musikalisches Wintermärchen

| Datum: | 02. December 2008 |
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| Zeitung: | Dürener Zeitung |
Von Anne Koizlik
Ein musikalisches Wintermärchen tat sich in der Pfarrkirche St. Mariä Heimsuchung auf, die zu den schönsten gotischen Bauten der Kölner Dombauhütte gehört: Die „Cappella Villa Duria" hatte zur traditionellen „Barockmusik im Kerzenschein" eingeladen.
Drei Musiker, die weithin zur Elite zu rechnen sind, überzeugten mit der Intensität ihres Spiels: Felix Giglberger (Violine), Matthias Purrer (Violoncello) und Stefan Palm (Orgel und Cembalo).
Ihre musikalische Erlebniswelt wurde eröffnet mit der Sonate für Violine und basso continuo von Georg Friedrich Händel (HWV 370). Die musikalische Aussage der Interpreten war bezwingend und zeitlos. Sie überzeugte mit der Klarheit der Gedanken, der schlanken Tongebung und einem lebendigen Händel-Portrait.
Stefan Palm gehört nicht nur zu denjenigen, die Bach verehren, sondern auch zu denen, die ihn verstanden haben: An der bemerkenswerten Kirchenorgel mit zwölf Registern und mechanischer Traktur der Gebrüder Schorn überzeugte er mit einem hinreißend nuancenreichen und subtilen Spiel bei der „Pastorale" (BWV 590) von Johann Sebastian Bach.
Nicht ganz auf Augenhöhe
Der Thomaskantor Bach stand danach noch einmal auf dem Programm: mit der Sonate für Violine und Cembalo (BWV 1017). Hier schlich sich allerdings der Eindruck ein, dass der glänzende Cembalist und der Violinist nicht ganz „auf Augenhöhe" musizierten.
Die hervorragend dargestellte Sonate für Cello und basso continuo (RV 40) von Antonio Vivaldi folgte. Der Cellist spielte souverän auf der Höhe der Möglichkeiten seines Instruments. Das hatte absolute Musikalität und einen sehr schönen melodischen Fluss.
Mit einem Trio für Cembalo, Violine und Cello von Joseph Haydn klangen die sehr durchdachten musikalischen Interpretationen aus. Es gab großen Beifall im voll besetzten Gotteshaus - und als Zugabe ein Bach-Werk aus den Chübler-Chorälen.
