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Mitreißende Virtuosität geht unter die Haut

| Datum: | 13. January 2009 |
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| Zeitung: | Dürener Zeitung |
Von Anne Koizlik
Das alte Jahr ist vergangen, das neue hat angefangen: 2009 wurde von der „Cappella Villa Duria" im ausverkauften „Haus der Stadt" musikalisch festlich begrüßt. Unter der Leitung von Johannes Esser erklang zunächst populäre Klassik.
Den Höhepunkt des ersten Teils bildete das Konzert für Violoncello und Orchester (op. 104) von Antonin Dvorak. Im zweiten Teil konnte man sich vom Walzer-Virus eines Johann Strauss (Sohn) infizieren lassen.
Das „Haus der Stadt" verwandelte sich Sonntagabend in einen magischen Ort der Lebensfreude. Der Funke, der übersprang, wurde zunächst mit zwei „Ungarischen Tänzen" von Johannes Brahms entfacht. Das Orchester überzeugte mit Klangvielfalt und einem schlanken, flexiblen Ton. Elegante Streicher und Holzbläser sowie ein kultiviertes Blech taten das Ihrige. Das war interpretatorisch überzeugend; das klang einfach mitreißend.
Dies galt auch für den „Slawischen Tanz" Nr. 8 von Antonin Dvorak. Die Instrumentalisten erfreuten auch hier mit der plastischen Ausgestaltung sowohl der lyrischen, als auch der dramatischen Augenblicke: eine Interpretation, die Maßstäbe setzte.
Solist bei dem Dvorak-Konzert war der glänzende Cellist Matthias Purrer. Mit Ton und Leidenschaft vermittelte er eine kultivierte Sicht auf das bedeutendste Cello-Werk des 19. Jahrhunderts. Virtuosität verband sich bei seiner Wiedergabe mit einer überzeugenden inhaltlichen Deutung. „Das ging unter die Haut", sagte eine Musikfreundin in der Pause.
Sprühende Vitalität kennzeichnete besonders den zweiten Teil des Konzerts: Die Musiker der „Cappella" verwandelten sich in ein Johann-Strauss-Orchester. Jetzt erklangen Polkas, ein Csardas und – die Tradition eines Neujahrskonzerts sieht dies so vor – der „Kaiserwalzer".
Die Kommunikation zwischen Dirigent und Orchester funktionierte einwandfrei. Der Leiter der „Cappella" dirigierte energiegeladen und entschieden.
Durch das Programm führte mit kenntnisreichen Informationen Dr. Gisela Hagenau. Die erfolgsverwöhnte „Cappella" wurde mit großem Schlussapplaus bedacht. Dafür gab es drei Zugaben, darunter den „Radetzky-Marsch" von Johann Strauss (Vater).
