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Überzeugendes Konzert zur Passionszeit

Datum:18. March 2009
Zeitung:Dürener Zeitung
Cappella Villa Duria liefert in der Marienkirche ein abgerundetes Gesamtwerk. Chor, Orchester und die Solistinnen ernten viel Applaus.

Marion Schoeller (Sopran), Beatrix Bardy (Alt), Jens Lauterbach (Tenor) und Wolfgang Tombeux (Bass, von links) ernteten für ihre glanzvollen Leistungen riesigen Beifall.     Foto: bel

Von Bruno Elberfeld

Viele Menschen glauben, dass „der da vorne am Pult", sprich Dirigent, eigentlich über­flüssig ist. Besonders Kinder fra­gen sich oft: Die Sängerinnen und Sänger, die Musikerinnen und Musiker kennen doch die Noten und haben wochenlang geübt, was will dann da noch der Mann mit dem Stöckchen?

Nun, beim Konzert wären sie in der Marienkirche in Düren bestimmt eines Besseren belehrt worden. Der Leiter der Cappella Vil­la Duria, Johannes Esser, hatte alle Hände voll zu tun und Augen zu wenig. Vor ihm beim Oratorium „Die letzten Dinge" von Louis Spohr vier Sängerinnen und Sän­ger, dahinter das Orchester und ganz im Hintergrund, aber nur räumlich, der Chor. Und dann war da noch die Partitur, die alle Augenblicke umgeblättert werden musste, sich manchmal aber recht widerspenstig gab.

Musikschulleiterjohannes Esser hatte alles im Griff. Während der Proben hatte er die Akteure vor sich zu einem Ganzen zusammen geschmiedet.

Mit der Violine verwachsen
Selbst Annedore Oberborbeck, Gast bei vielen berühmten Orchestern, reihte sich problem­los in den Klangkörper ein. Respekt für den Mann am Dirigen­tenstab, Annedore Oberborbeck spielte das „Konzert für Violine und Orchester op. 82 a-moll" von Alexander Glasunow. Die junge Künstlerin, die schon mit neun Jahren auf der Bühne debütierte, begeisterte Chor, Orchester und vor allen Dingen das Publikum. Verwachsen mit ihrer Violine ließ sie die Menschen ihre Alltagssor­gen vergessen. Mal streichelte sie mit dem Bogen die Saiten, lockte kaum hörbare Töne hervor, mal tanzte der Bogen wild, ganz der Dramatik der Geschichte angepasst.

Das Oratorium „Die letzten Din­ge" verlangte von Instrumentalisten, dem Chor und den vier Sollsten absolute Disziplin und Enga­gement. Marion Schoeller (So­pran), Beatrix Bardy (Alt), Jens Lauterbach (Tenor) und Wolfgang Tombeux (Bass) erzählten nach dem Johannes-Evangelium die Leidensgeschichte Christi, voller Dramatik, die sich einmal lautstark kundtat, dann wieder in stille Tiefen und Nachdenklich­keit versank. Esser und seine Mitstreiter lie­ferten mit diesem Konzert ein abgerundetes Gesamtwerk. Das Publikum dankte mit nicht enden wollendem Applaus.

 

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