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"Gott gibt Nüsse, aber er knackt sie nicht!"

Datum:02. April 2009
Zeitung:Dürener Zeitung
Das Ensemble Tityre musiziert und erzählt in Schloss Burgau Geschichten aus Dänemark. Texte von Hans Christian Andersen.

Das Ensemble Tityre: Bettina Pfeiffer, Klavier, Katja Geist, Sprecherin, Annette Hermeling, Querflöte, und Judith Lehrig-Stampa, Oboe (v.l.).

Im Grunde nichts Unge­wöhnliches mehr, aber immer wieder beeindruckend, wenn es so gut gemacht wird wie vom „En­semble Tityre": das erzählende Wechselspiel zwischen Literatur und Musik. Die Hamburger Schau­spielerin, Synchronsprecherin und Sängerin Katja Geist über­nahm den literarischen Part, Betti­na Pfeiffer an den schwarz-weißen Tasten, Annette Hermeling mit der Querflöte und Judith Lehrig-Stampa mit der Oboe präsentier­ten zum Konzert in Schloss Burg­au ein künstlerisches Ganzes aus einem Guss.

Das Ensemble löste an diesem Abend vor fast vollem Saal sein Versprechen ein, den Dialog zwi­schen gesprochenem Wort und Musik lebendig zu gestalten, ohne dass ein Genre das andere domi­niert. Texte und Musikstücke nah­men aufeinander Bezug, ohne in irgendeiner Form an Selbstständigkeit einzubüßen. 

Hauptperson Per Gynt 

Im Mittelpunkt Texte von Hans Christian Andersen. „Gott wollten sie mir austreiben!", ruft der von Selbstzweifeln geplagte Dichter. Auf düstere Geschichten folgen dramatische Musikstücke. Eine der Hauptpersonen Per Gynt, der immer wieder mit Leuten aus sei­ner Umwelt in Konflikt gerät. Per Gynt gegen den „Krummen", ei­nen Troll, Per Gynt, der von drei jungen Burschen gesucht wird.

Andersens Gedichte will nie­mand hören, geschweige denn verlegen. Sein Kommentar: „Gott gibt Nüsse, aber er knackt sie nicht!" Zur Selbsterkenntnis und Nicht-Erkenntnis gehören offen­bar auch die immer wieder keh­renden Zweifel. Gute Ratschläge der Mitmenschen sind dann schnell im Spiel: „Werden Sie ein Mann, Andersen!"

Ein Kind stirbt. Sprecherin Katja Geist trägt diese Geschichte gekonnt dramatisch vor, auf dem Klavier läuft eine Spieluhr ab.

Gespielt wurden Stücke des dä­nischen Komponisten Friedrich Kuhlau und dem Norweger Edvard Grieg, beide bekannt für eine ori­ginelle Harmonie und Tonspra­che,           (bei)
 

 

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