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Passionskonzert: Zwei bedeutende Requien aus dem Schattendasein befreit

Datum:19. February 2008
Zeitung:Dürener Zeitung
„Cappella“ erntet viel Beifall für Vertonungen von Rheinberger und Reger

Von Anne Koizlik

Intellektuelle und vokale Herausforderung: Die „Cappella Villa Duria“ führte zwei Requiem-Vertonungen von Rheinberger und Reger auf mit den Solistinnen Susanna Frank und Marion Schoeller (stehend v. r.). Foto: Koizlik

Die Marienkirche wurde zum kulturellen Epizentrum der Region: Die „Cappella Villa Duria“ unter Leitung von Johannes Esser führte nämlich zwei selten zu hörende Requiem-Vertonungen auf. Das Requiem op. 60 von Josef Gabriel Rheinberger und das so genannte „Hebbel-Requiem“ von Max Reger vermittelten unter dem Titel „Seele, vergiss nicht die Toten!“ eindingliche  musikalische Botschaften von Tod und Vergänglichkeit. 

Das Rheinberger-Werk, 1870 uraufgeführt, weist die lateinische Totenmesse der katholischen Kirche auf, während dem Reger-Requiem – 1915 entstanden und nach dem Tod des Komponisten 1916 uraufgeführt – ein Text von Christian Friedrich Hebbel zu Grunde liegt. Die rundum  beeindruckende Aufführung beider Werke wurde höchsten Ansprüchen gerecht. Die Darstellung war überzeugend, engagiert und souverän, so dass die Freunde der geistlichen Chormusik voll auf ihre Kosten kamen. Der Dirigent setzte einen hohen Standard, indem er zwei bedeutende Werke aus dem Schattendasein befreite.

Die Elitetruppe des großen Chores vermittelte angemessen sakrale Aura. Dramatik verband sich mit Seelentiefe. Die Darstellung der beiden Werke wurde mit all ihren Facetten erschlossen.

Das Orchester (Konzertmeister Kurt Collinet) begleitete subtil und mit hoher Stilkompetenz. Die Verschmelzung von Gesang- und Instrumentalklang gelang überzeugend. Das Solistenquartett wirkte homogen: Marion Schoeller (Sopran), Susanna Frank (Alt), Axel Thönnes (Tenor) und Magnus Piontek (Bass). Vor allem Marion Schoeller wurde ihrer Aufgabe als herausgehobene  Stimme bei der Rheinberger-Komposition mit Klarheit und Ausdruck in besonderer Weise gerecht. Einen großen Eindruck mit einer flexiblen und immer überzeugenden Stimme hinterließ auch die Altistin als einzige Solo-Sängerin beim „Hebbel-Requiem“. Die angekündigte Altistin Beatrix Bardy fiel krankheitsbedingt aus.

Der Funken der Intensität dieser Aufführungen sprang über: Am Ende gab es großen Beifall der etwa 200 Zuhörer und stehende Ovationen.   

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