Presse
Eine gewisse Intimität, die Lust auf mehr macht

| Datum: | 05. May 2009 |
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| Zeitung: | Dürener Zeitung |
Auf der Höhe ihrer Kunst: Chor und Orchester der Cappella Villa Duria begeisterten ihr Publikum in der Windener Pfarrkirche St. Urban mit einem reinen Joseph-Haydn-Programm. Foto: Christoph Hahn
Von Christoph Hahn
Winden. Elegante Melodie-Linien, die über das Ohr direkt ins Herz der Menschen ziehen: Die erfreuten jetzt die Freunde der Klassik in der Windener Pfarrkirche St. Urban. Aus dem nahen Düren waren Kammerchor und Orchester der Cappella Villa Duria unter Leitung von Johannes Esser in den Ort gekommen, um dort ihr Publikum mit einem reinen Joseph-Haydn-Programm zu erfreuen.
Die rund eineinviertelstündige Feierstunde, deren Zustandekommen der Wiederkehr von Haydns Sterbetag (31. Mai 1809) geschuldet war, zog an den Zuhörern vorbei wie ein nicht nachlassender Strom des Wohlklangs. Orchester- und Chorleiter Esser, der als Leiter des Musik- und Veranstaltungsmanagements in der Kreisstadt tätig ist und in Winden außerdem als Kirchenmusiker Ansehen genießt, verstand es dann auch, der Abfolge von Vokal- und Instrumentalwerken eine zwingende Zügigkeit mit zu geben: Dabei agierte Esser teilweise von der Orgel, teilweise von seinem Platz im Chor aus. Als Solist erfreute er das Publikum mit seinem sonoren Tenor. Damit er dafür den nötigen Freiraum erhielt, stand ihm dabei ein Kollege zur Seite, der seinerseits als einer der Besten seines Fachs gilt, was die „Königin der Instrumente" betrifft: Peter Mellenthin aus Heimbach.
Darüber hinaus erwiesen sich auch die anderen Damen und Herren der Cappella Villa Duria als stimmsicher und bestens aufgelegt. Das galt schon für Haydns „Te Deum", das das Ensemble zum Auftakt glänzend aufpolierte. Noch mehr galt es indes für den Marienhymnus „Ave Regina Coelorum", der besonders durch den beweglichen Sopran von Katharina Bergrath an Eleganz gewann und doch - der traditionellen Verehrung der Mutter Gottes entsprechend - eine gewisse Intimitätausstrahlte. Am nachfolgenden C-Dur-Konzert für Orgel und Orchester bestach hingegen die im Spiel genau ausformulierte, bewegte große Linie. Gepaart mit einer melodischen Vielschichtigkeit, trifft das auch auf die an- und abschließende „Mariazeller Messe" zu, ein wahrhaft großes Werk mit vielen verzweigten Linien, die die Durianerinnen und Durianer mit ihrem Dirigenten in ihrer Interpretation differenziert darboten. Fromme Geisteshaltung und beschwingter Ausdruck - Haydns innere Antriebskräfte bekamen In Winden eine sinnliche, für den Zuhörer direkt fassbare Qualität. Rauschender, teils stehend gespendeter Beifall beendete daraufhin das auf den Plakaten mit einem Anflug von Tiefstapelei „Kleines geistliches Konzert" Kultur-Ereignis, das auf die nächsten Auftritte der Cappella Villa Duria gespannt machte.
Die nächsten Konzerte im Cappella-Villa-Duria-Forum: „Focus Trompete - sinfonisches Blasorchester trifft Pop, Jazz und Funk" mit dem Solisten Rüdiger Baldauf (Sonntag, 17. Mai, 18 Uhr) und „Stefan Michalkes Amistad" (Jazz im Quartett) am Freitag, 5. Juni, 20 Uhr. Beide Veranstaltungen finden im Dürener „Haus der Stadt" statt. Karten gibt es an der Theaterkasse im „Haus der Stadt" (Tel. 02421/251317) und im Bürgerbüro im Markt (Tel. 02421/252004).
Mehr im Internet: www.cappellavilladuria.de
