Presse
Meister ihres Fachs

| Datum: | 15. September 2009 |
|---|---|
| Zeitung: | Dürener Zeitung |
Von Anne Koizlik
„Schau herab, o Herr:" Einen hervorra-genden Eindruck hinterließ in der Marienkirche der Männerchor der Cappella Villa Duria. Foto: Koizlik
Das hatte Strahlkraft, das konnte die Seele zum Klingen bringen: Aus Anlass der 200. Wiederkehr des Geburtstages von Felix Mendelssohn-Bartholdy führte die Cappella Villa Duria am Sonntag in der Marienkirche ein Gedenkkonzert auf. Unter der engagierten Leitung von Johannes Esser erklangen A-cappella-Motetten und Werke für Soli, Chor und Orgel.
Dieses Konzert war angesiedelt zwischen Himmel und Erde. Geboten wurden Darstellungen von großer Schönheit und Lebendigkeit mit vokalen und instrumentalen Werken der geistlichen Musik. Herzstück des Programms waren zwei Werke zu Beginn, die unbegleitet erklangen. Der große Chor mit etwa 70 Sängern überzeugte mit einer großen Gestaltungskraft. Da gab es ein wunderbares Piano und ein ebenso tragfähiges Forte. Das Spitzenensemble unterstrich seinen Rang durch einen homogenen Ensembleklang und eine stilsichere Artikulation.
Eine besondere Entdeckung bei diesem Konzert war die Sopranistin Eva Bauchmüller aus Düren. Ihre ersten Gesangserfahrungen machte sie im Kinder- und Kirchenchor von St. Bonifatius. Sie überzeugte durch eine klare Tongebung, eine angenehme Klangfarbe und eine schlanke Stimme von großer Ausstrahlung.Bei diesem Konzert teilte sich der Motettenchor in einen Frauen- und Männerchor. Dabei wurden die Teilchöre an der Wilbrand-Orgel der Kirche sicher begleitet von Peter Mellentin. Der Organist erwies sich auch als Meister seines Fachs bei einer Vater-unser-Orgelsonate des großen Meisters. Sein Spiel war fantasievoll registriert und geschmeidig fließend im Ausdruck.
Der Dirigent machte die Zuhörer an diesem Abend zu wahren Mendelssohn-Bartholdy-Fans. Er erwies sich als Interpret mit sicherem Einfühlungsvermögen. Im Duett mit Eva Bauchmüller überzeugte auch die Sopranistin Annika Boos. Als Dank an die Ausführenden gab es einen großen Schlussapplaus in der gut besuchten Kirche. Es war das letzte Konzert, das die Cappella in der Marienkirche vor deren Umbau gab. Aufführungsorte werden weiterhin das „Haus der Stadt", Schloss Burgau, die Pfarrkirchen von Frauwüllesheim und Winden sein.
