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Schwestern entfachen Feuerwerk an den Klaviertasten

Datum:04. September 2009
Zeitung:Dürener Zeitung
Meisterschülerinnen Laida und Anarita Hitaj aus Albanien begeistern die Besucher im Musiksaal von Schloss Burgau

Von Anne Koizlik

Heribert Koch mit seinen Meister-schülerinnen Laida (sitzend) und Anarita Hitaj im Konzertsaal von Schloss Burgau. Foto: Koizlik

Es war ein außerge­wöhnlicher Klavierabend: Heribert Koch, Konzertpianist und Kla­vierpädagoge aus Langerwehe, präsentierte im Musiksaal von Schloss Burgau zwei Meister-schülerinnen: die elfjährige Laida und die 15-jährige Anarita Hitaj.

Anschlagskultur
Am Anfang stand das Staunen über das, gemessen am Alter, über­aus hohe Maß an Anschlagskultur. Die jungen Ausnahmetalente tru­gen ihr klassisches Programm so frei und freudig vor, als sei dies alles gar nicht schwer. Wie selbst­verständlich spielten sie ihr Pro­gramm auswendig, wie die Profis auf den Konzertpodien der Welt. Beide Schwestern lieben Bach: Der Thomaskantor war gleich dreimal im Programm vertreten.

Anarita eröffnete das Konzert mit einer Sinfonia (BWV 826). Klar­heit und Genauigkeit verband sich bei ihr mit einem erstaunlichen Klang. Zum Programm der jünge­ren Schwester gehörte zum Bei­spiel die Haydn-Sonate (Hob. XVI:50), die sie mit Fantasie und Einfallsreichtum entfaltete. Für den Beifall dankte sie unter ande­rem mit dem „Minuten-Walzer" von Frederic Chopin.

Anarita entfachte anschließend ein wahres Feuerwerk an pianisti­schem Können: Eine klar konturierte Interpretation fand sie für die Beethoven-Sonate (op. 10, Nr. 3). Mit sensiblem Anschlag spielte sie die „Elegie" von Sergej Rachmaninow. Nach großem Beifall im vollbesetzten Saal spielte sie unter anderem eine hoch virtuosen Toc­cata von Feim Ibrahimi.

Wer Anarita noch einmal hören möchte, hat dazu Gelegenheit beim Neujahrskonzert 2010 der Cappella Villa Duria. Johannes Es­ser, Leiter der Cappella, engagierte die Jungkünstlerin vom Fleck weg und nahm diesen Abend in das Programm der Cappella auf.

Künstlerische Entwicklung
Das Konzert der beiden Schwes­tern aus Albanien hat auch eine rührende menschliche Seite: Heribert Koch hat sie 2008 beim Wett­bewerb der European Piano Teachers Association in ihrem Hei­matland kennengelernt. Seither ist er für ihre künstlerische Ent­wicklung verantwortlich. Wie er in seiner Einladung zum Konzert schreibt, leisten die Schwestern unter schwierigen Bedingungen Außergewöhnliches.

Zu den Arbeitseinheiten in Lan­gerwehe ist die Mutter, die erste Lehrerin der beiden, mit den Jung-Pianistinnen zu Gast im Hause Koch. Für die Flüge von Albanien nach Deutschland organisiert der Pädagoge vielfach Sponsoren-Tickets.

 

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