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Passionskonzert: Seele, vergiss nicht die Toten

Datum:24. February 2008
Zeitung:Super Sonntag
Passionskonzert der Cappella Villa Duria in St. Marien

Das war ein Musi­zieren aus dem Vollen! Die Cappella Villa Duria unter der Leitung von Johannes Esser bot in der Marienkirche ein Pass­ionskonzert - eine drama­tischere Musik als in den beiden Oratorien wurde nie geschrieben -, das sehr dynamisch dirigiert, musikalisch locker, überzeu­gend dargeboten wurde.
 

Hinreißend gekonnt san­gen die Solisten Marion Schoeller (Sopran), Su­sanna Frank (Alt), Axel Thoennes (Tenor) und Magnus Piontek (Bass). Sehr mutig war die Aus­wahl des Dirigenten der Oratorien, denn die bei­den Totenmessen von Rheinberger und Reger wurden sehr selten aufge­führt und sind daher auch wenig bekannt.

Josef Gabriel Rheinber­ger widmete sein Requi­em 1872 unter dem Ein­druck des deutsch-französischen Krieges den gefal­lenen „deutschen Hel­den". Er war Komponist, Dirigent und Organist, einer der bedeutendsten Kirchenkomponisten sei­ner Zeit. Max Reger trat u.a. mit R. Strauß für die neue Musik ein. Sein Hebbel-Requiem „Seele, ver­giss nicht die Toten" entstand ein halbes Jahr vor seinem Tod im Som­mer 1915, und auch er widmete es den im 1. Weltkrieg gefallenen „deutschen Helden".

Johannes Esser dirigierte sehr dynamisch, überzeu­gend, und vor allem Rheinbergers „Lux aeterna" musste allen Hörern sehr nahe gehen. Dement­sprechend war auch der lang anhaltende Applaus der Zuhörer.

(as)

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