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Kammerorchester musiziert ebenso kultiviert wie mitreißend

Datum:07. October 2009
Zeitung:Dürener Nachrichten
Wusste Handels untrügliches Gespür für klare Gesten und farbige Kontraste umzusetzen: Die Cappella Villa Duria in der Windener St. Urbanus Kirche.

Es war eine Darbietung aller erster Güte, die noch lange nachwirkte; die kammermusikalische Aufführung des „Messiah" von Georg Friedrich Händel durch Kammerchor und Kammerorchester der Cappella Villa Düren in der Windener St. Urbanus Kirche.

In der Originalsprache
Es war eine Reminiszenz an den großen Komponisten zur 250. Wiederkehr seines Todesjahres. Im August 1741 begann Händel mit der Komposition des „Messiah" und befreite sich mit diesem Werk aus seinem tief depressiven Gemütszustand, in den er nach einer langen Krankheit gefallen war. „Messiah" ist neben „Israel in Egypt" Händels einziges Oratorium, dessen Text ausschließlich aus Bibelveisen bestellt. Die Cappella Villa Duria führte das Werk in der ungekürzten Fassung in englischer Originalsprache auf, was zweieinhalb Stunden dauerte. Doch die Zeit verging wie im Fluge. Das lag an der sehr hohen musikalischen Qualität der Mitwirkenden, die Händels untrügliches Gespür für klare Gesten und farbige Kontraste umzusetzen wusste.

Das Kammerorchester musizierte ebenso kultiviert wie mitreißend. Der Chor imponierte, jedes Chorstück war ein Genuss. Die Solisten verbreiteten mit ihren überwiegend ausgezeichneten Leistungen eine fantastische Atmosphäre. Stark beeindruckend war sicherlich die Interpretation des berühmten „Halleluja", das für „Gänsehaut-Feeling" sorgte.

Di
eses Gefühl stellte sich auch bei anderen Textteilen ein, wenn die Sopranistinnen Katharina Bergrath und Eva Bauchmüller ihre Solo-Auftritte hatten, die von klanglicher Schönheit und stimmlichem Volumen bestimmt wurden. Aber auch die Altistinnen Brigitte Lenz und Ulrike Tatsch überzeugten vollends ebenso wie Reinhard Meyer, Tenor, und Wolfgang Tombeux, Bass.

Dreifach gut
Ein Höhepunkt war aber auch das glänzende Zusammenspiel von Thomas Bonni, Bass, mit Hub Nickel, Trompete. Außerordentliches vollbrachte Johannes Esser, der bravourös auf „drei Hochzeiten tanzte". Er dirigierte, sang im Chor mit und bestach als Solist im Tenorfach.

Es war eine glänzende Leistung aller Beteiligten. Die Solisten waren gleichzeitig Chormitglieder, die das Publikum in der fast ausverkauften Pfarrkirche mit stehenden Ovationen belohnte. (has)

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