Presse
Traditionsbewusst und richtungsweisend

| Datum: | 12. November 2009 |
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| Zeitung: | Dürener Zeitung |
Musikalische Geburtstagsgrüße für Felix Mendelssohn Bartholdy, dargeboten von Mitgliedern des WDR Sinfonieorchesters Köln. Foto: Koizlik
Mitglieder des WDR Sinfonieorchesters ehren Felix Mendelssohn Bartholdy auf Schloss Burgau mit erlesener Kammermusik
Von Anne Koizlik
Es war ein exzellentes musikalisches Geburtstagsgeschenk: Beim Burgauer Schlosskonzert der Cappella Villa Duria ging es um „Felix Mendelssohn Bartholdy, seine musikalische Herkunft, seine musikalischen Freunde". Die 200. Wiederkehr des Geburtstags des großen romantischen Komponisten wird in diesem Jahr gefeiert. Mitglieder des WDR Sinfonieorchesters Köln ehrten den Jubilar mit erlesener Kammermusik.
Souverän und tonschön
Was hat Johann Sebastian Bach mit Mendelssohn zu tun? Der Blick in das Programm ließ diese Frage im Kopf entstehen. Eine Antwort lieferten die Musiker: Der Romantiker hat den Barock-Komponisten wieder entdeckt, nachdem er fast hundert Jahre lang in Vergessenheit geraten war. So rankten sich um die „Kunst der Fuge" von Bach zwei Fugen-Kompositionen von Mendelssohn. Bei den Ausführenden dieser Musik lagen diese Werke in besten Händen. Das war zugleich traditionsbewusst und richtungsweisend.
Von Fanny Hensel, der Schwester' Mendelssohns, erklang ein „Notturno" für Klavier. Die hervorragende Pianistin des Ensembles formte souverän und tonschön. Es folgte Robert Schumann, der mit Mendelssohn befreundet war.
Die „Märchenerzählungen" Schumanns erklangen in der aparten Original-Besetzung Klarinette, Viola und Klavier. Die kantablen Linien erblühten dabei mit schönem Ton. Die Mitglieder des Ensembles fügten sich ein und legten im Dienst an der Musik jede solistische Attitüde ab. Was es abseits der bekannten Repertoire-Wege noch an mitreißender Musik zu entdecken gibt, wurde deutlich bei Werken von Ferdinand David (Freundeskreis von Mendelssohn) und Ignaz Moscheles (Lehrer und Freund).
Das große Finale dieses Abends auf Schioss Burgau erklang mit dem Klavierquartett h-Moll (op. 3) von Mendelssohn, das er keinem Geringeren als Goethe gewidmet hat. Es gab großen Beifall im gut besuchten Konzertsaal des Schlosses.
Dieser Abend stellte zugleich die Finissage der viel beachten Ausstellung des Eifel-Malers Fritz von Wille dar. Die Ausführenden des Konzerts waren: Uwe Lörch (Klarinette), Carola Nasdala (Violine), Carolina Kunfalvi (Violine), Katharina Arnold (Viola), Sebastian Engelhardt (Violoncello) und Megumi Hashiba (Klavier).
