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Passionskonzert: Zwischen geschmeidig und martialisch

Datum:19. February 2008
Zeitung:Dürener Nachrichten

Passionskonzert der Cappella Villa Duria mit zwei Totenmessen, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Tosender Beifall.

Standing Ovations gehö­ren fast schon zur Normalität bei Aufführungen der Cappella Villa Duria (CVD). Das Publikum feierte das Ensemble in der Pfarrkirche St. Martin und unterstrich mit seiner Begeisterung, dass das traditionel­le Passionskonzert zu den markan­testen musikalischen Ereignissen in der Region gehört. Zwei Werke der großen Oratorienliteratur wa­ren zu hören: Das Requiem op. 60 von Josef Gabriel Rheinberger und das „Hebbel"-Requiem op. 144b von Max Reger.

Mit der Auswahl ging der musi­kalische Leiter der CVD, Johannes Esser, weiter konsequent seinen Weg, auch weniger bekannte Stü­cke vorzustellen. Vielleicht war dies der Grund, warum die Kirche nicht so gefüllt war wie sonst. Die aber, die auch dem Lockruf des Unbekannten folgten, erlebten eine glänzende Aufführung.

Starker Kontrast
Die beiden Totenmessen des späten 19. und frühen 20. Jahr­hunderts hätten unterschiedlicher nicht wirken können. Rheinbergers Werk wurde durchwebt von spätromantischen Zügen, für die der Chor Fülle, Klarheit und Wär­me bereithielt und damit die An­sprüche exzellent erfüllte. Sich gegen den stimmgewaltigen Chor und das Orchester zu behaupten, gelang den Solisten Axel Thönnes (Tenor), Magnus Piontek (Bass) sowie allen voran Marion Schoeller (Sopran) und Susanna Frank (Alt) hervorragend. In der Wieder­gabe durch Chor und Solisten verbanden sich eine geschmeidige Li­nienführung mit einer trefflichen, den Sinn der Worte profilierenden Deklamation - ein Verdienst von Johannes Esser, der allen Raum zur Entfaltung gab. Fast martia­lisch klang dagegen das „Hebbel"-Requiem, expressiv dargeboten.
„Seele, vergiss sie nicht, Seele vergiss nicht die Toten!" - die Zuhö­rer erlebten eine aufwühlende Musik, von Chor, Orchester und der Solistin Susanna Frank derart überzeugend dargebracht, dass man in den Bann gezogen wurde und das Anliegen des Komponisten, eine intime, nicht nur auf die Katastrophe des Ersten Weltkrie­ges, sondern auf die eigene Exis­tenz bezogene Vision von Tod und Vergessen zu entwerfen, nachvoll­ziehen konnte. Die Spannung der Zuschauer entlud sich in lang an­haltendem Beifall.

(has)           

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