Presse
Mal besinnlich und mal heiter

| Datum: | 02. January 2010 |
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| Zeitung: | Dürener Zeitung |
Ein Konzert der Sonderklasse boten Marion Schoeller, Hub Nickel (links) und Johannes Esser in der Pfarrkirche St. Joachim zum Jahresausklang. Das Publikum feierte die Künstler mit stehenden Ovationen. Foto: Hannes Schmilz
Von Hannes Schmitz
Kaum war der letzte der Ton der „Toccata und Fuge d-moll" von Johann Sebastian Bach verklungen, sprang das Publikum in der Pfarrkirche St, Joachim auf und belohnte die Solisten des Jahresabschlusskonzertes der Cappella Villa Duria an Silvester mit stehenden Ovationen, das zu den Höhepunkten im Dürener Konzertleben zählt.
Erst allmählich lösten sich die Spannungen bei den Zuhörern des Konzertabends, die sich durch die Interpretationen der verschiedenen Werke aufgebaut hatten. Eine eindringliche, fesselnde und mitreißende musikalische Mischung wurde geboten, besinnliche Stücke wechselten mit heiter stimmenden Werken und machten die Konzertstunden in der wundervollen Atmosphäre der Kirche zu einem besonderen Erlebnis.
Unter die Haut
Die musikalische Auswahl traf bestens die rheinische Stimmung „zwischen den Tagen", schwankend zwischen Nachdenklichkeit und Fröhlichkeit, einschließlich eines Rückenschauers bei Giulio Cacinis „Ave Maria", wundervoll gesungen von Marion Schoeller und sensibel begleitet oder führend von Hub Nickel, Trompete, und Johannes Esser an der Klais-Orgel. Perfekt aufeinander abgestimmt zeigten sie ihr meisterliches Können.
Von Beginn an waren es qualitätsvolle Konzertstunden, die mit den Variationen aus „Symphonie de Noël" von Michel-Richard Delalande begannen und eindrucksvoll dokumentierten, welch exzellenter Trompeter Hub Nickel ist. Blendend aufgelegt war ebenfalls die Sopranistin Marion Schoeller, die mit ihrer Stimme in verschiedenen Soloparts glänzte, wie beispielsweise in „Let the bright Seraphim" aus „Samson" von Georg Friedrich Händel, das unter die Haut ging. Nicht nur bei der „Toccata", sondern auch bei den Variationen über „Tochter Zion, freue dich!" von Alfred Hottinger oder „O du fröhliche op. 29" von Friedrich Lux zeigte Johannes Esser eine bestechende Leistung an der Orgel. Das hochgradige Niveau wurde auch bei „Höre Israel, höre des Herrn Stimme!" und „Dann werden die Gerechten leuchten" aus „Elias" von Felix Mendelssphn-Bartholdy sowie dem „Andante" aus der „Nordischen Fantasie" von Theodor Hoch und aus den „Meistersinger" von Richard Wagner „Da zu dir der Heiland kam" eingehalten.
Bei Wein und Brot, das nach dem Konzert gereicht wurde, hatte man dann die Gelegenheit, gemeinsam oder allein auf das alte Jahr zurückzublicken und sich langsam aber sicher auf verhaltene oder ausgelassene Silvester-Fröhlichkeit einzustimmen.
