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Hommage an Piazzolla

Datum:30. January 2010
Zeitung:Dürener Zeitung
Uruguayisches Duo begeistert an Klavier und Gitarre

Großartiges Duo: Gravina (links) und Campora (präsentierten authentischen Tango und Milonga.

Sie sind schon fast Dauer­gäste auf Schloss Burgau: Das uru­guayische Duo Pablo Campora, Gitarre, und sein Partner Gonzalo Gravina, Klavier. Auch in ihrem neuerlichen Konzert begeisterten sie wieder mit ihren authentisch präsentierten Tangos und Milongas das Publikum im fast ausver­kauften Saal.

Es was ein außergewöhnliches Konzert, das die beiden Musiker boten, eine Hommage an Astor Piazzolla, daneben aber auch Ei­genkompositionen und Traditio­nelles. Die beiden Künstler ver­standen es, die Zuhörer in die Welt des Tangos, in ihre Volksmu­sik eintauchen zu lassen. Gonzalo Gravina war der zurückhaltende Begleiter, wenn Pablo Campora seine Gitarre erklingen ließ. Er hatte ein unglaubliches Gefühl für sein Instrument, zog durch seine Art, wie er Melodien gestaltete und die Töne rhyth-misch platzierte, das Publikum in seinen Bann, nahm es mit auf eine musikalische Reise durch die Stimmungswelt des Tangos mit seinen vielfältigen Möglichkeiten, Verzierungen und Verzögerungen. Ein spannungs­voller Bewegungsablauf von Hin­gabe und Selbstdarstellung entwi­ckelte sich zwischen Klavier und Gitarre.

Das Konzert in der Hauptburg ist der wechselvollen Geschichte des südameri-kanischen Staates zu „verdanken". Während der Mili­tärdiktatur in den 70er Jahren wurde der Vater des Gitarristen Pablo Gampora inhaftiert. Die Fa­milie floh nach Europa. In Deutschland fand sie Aufnahme beim Bruder des Verhafteten, der als Geiger im Orchester der Stadt Bonn beschäftigt war. Nach der Rückkehr der Demokratie in Uru­guay ging Pablo Campora zurück nach Montevideo, wo er heute als Mitarbeiter des Goethe-Instituts lebt. Seit einigen Jahren besuchen der Gitarrist und sein kongenialer Partner einmal im Jahr Deutsch­land, um hinreißenden Tango zu bieten. Und Bonn und Beethoven verbanden sie im Zugabenteil mit einer „pathetischen Milonga für Elise".   (han)

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