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Eine bestechend saubere Intonation

Datum:06. April 2010
Zeitung:Dürener Zeitung

Der Chor faszinierte durch bestechend saubere Intonation und die Ausgewogenheit der Stimmgruppen

Karfreitagskonzert der Cappella Villa Duria in St. Mariä Heimsuchung. Johannes Esser und Wolfgang Tombeux als Solisten.

Max Reger und Francis Poulenc, Lajos Bárdos, Camillo Schumann und Paul Ernst Ruppel - um diese Komponisten kreiste ein sehr stimmig gestalte­tes Konzert zum Karfreitag durch die Cappella Villa Duria. In der Frauwüllesheimer Pfarrkirche St. Mariä Heimsuchung überzeugte das glänzend aufgelegte Ensemble in seiner Gesamtheit und in den Solopartien. Die Musikauswahl entsprach der Bedeutung des Ta­ges, spann den Bogen von Trauer bis Hoffnung, erinnerte an den Leidensweg Jesus Christi.

Mit der „Trauerode" wurde der Konzertabend eingeleitet und die Zuhörer in eine besinnliche, ge­dankenvolle und nachdenkliche Stimmung versetzt. Johannes Es­ser spielte Regers Werk gefühlvoll, mit gefühlsbetonter Ausstrahlung und zeigte, welch großer Könner er an der Orgel ist. Der musikali­sche Leiter trat aber nicht nur als Solist in Erscheinung, sondern di­rigierte als Sänger auch den Kam­merchor, der an diesem Abend auf imponierende Weise alle forma­len und gesangstechnischen An­sprüche löste.

Besonders deutlich wurde dies bei „Quatre motets pour un temps de péntence" mit „Timor et tremor" (Furcht und Zitter überka­men mich ...) und „Vinea mea electa" (Mein erwählter Weinberg, ich habe dich gepflanzt). Der Chor faszinierte durch bestechend sau­bere Intonation und die Ausgewo­genheit der Stimmgruppen, hiel­ten ihre runde, kaum überzogene Kraft im Chorklang, arbeiteten wie bei „Libera me"(Befreie mich …) mit Schattierungen und stilisti­scher Sicherheit. An die „Choralvariationen und Fuge op. 106" wird sich das Publikum noch lan­ge erinnern. Fast in anderen Di­mensionen schwebend, spielte Kurt Collinet auf der Violine sei­nen Part, vortrefflich begleitet von Johannes Esser an der Orgel.

Ein Sprung in die Moderne war fast die „Crucifixion". Paul Ernst Ruppel hat eine Passionsgeschichte mit Spirituals und deutschen Texten gestaltet. Der Cappella Vil­la Duria gelang eine vorzügliche Interpretation. Posaune (Werner Kloubert) und Kontrabass (Volker Masson) unterstützten Chor, der sang, summte und deklamierte - mit Vorsprecher und Vorsänger Wolfgang Tombeux (Bariton), der einen starken Auftritt hatte. Mit Orgelstücken aus Max Regers „Pas­sion" und der Motette „O Tod, wie bitter bist Du" ging ein Konzert zu Ende, das für Nachhaltigkeit sorg­te. Das Publikum feierte alle Betei­ligten.    (han)

 

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